Impulse
für Bewusstsein & Wandel
HERZSPUR
Über die Stimme des Herzens in belastenden Zeiten
In einigen sehr intensiven Stunden habe ich einen Erfahrungsbericht darüber geschrieben, wie ich selbst mit Überforderung und dem Gefühl, nichts ausrichten zu können, umgehe.
Danach habe ich tatsächlich ein bisschen länger überlegt, ob ich Euch diesen persönlichen Inhalt wirklich veröffentlichen soll – ein nach Perfektion strebender Teil in mir meinte, ich sollte als Mentorin, Coachin und Schamanin doch den Eindruck erwecken, solche Themen im Griff zu haben. ;-)
Meine Wahrheit und meine Botschaft hier ist: Uns allen zieht es mal den Boden unter den Füßen weg. Auch ich bin dem manchmal ausgesetzt. Widersprüchlich. Triggerbar. Neugierig. Angreifbar.
Was mir in solchen Momenten hilft, meine eigene Spur wiederzufinden und daraus neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln, davon erzähle ich hier:
Das Gefühl, nichts mehr ausrichten zu können
Nachrichten. Stimmen. Stimmungen. Posts. Meinungen. Bilder aus der Welt.
Bei dem ganzen Wahnsinn draußen merke ich manchmal, wie mein Inneres zu schwimmen beginnt. Als würden zu viele Frequenzen gleichzeitig laufen.
Ich lese etwas, höre etwas, spreche mit Menschen – und irgendwann bemerke ich, wie etwas in mir die Bodenhaftung verliert. Alles fühlt sich plötzlich grotesk an, was da in der Welt passiert. Oder was in meiner Welt passiert. Ich selbst.
Plötzlich weiß ich nicht mehr, worauf ich mich überhaupt verlassen kann.
Was wahr ist, was davon ich glaube. Was ich weiß. Und doch nicht weiß.
Was ich nur aufgenommen habe und meine zu wissen.
Navigiere ich oder werde ich navigiert? Längst von den Medien manipuliert?
Ja! Das gibt es alles und es passiert jeden Tag!
Aber was passiert dadurch mit mir?
Mein Energiefeld wird sirrend
bekommt Dellen wie ein alternder Luftballon
Es gehen Schlieren durch von Menschen und Energien,
es gleiten Dinge hinein, die sonst keinen Zutritt haben.
Zu viele fremde Frequenzen im Feld. Stimmungen von anderen Personen. Gedanken, die ich gar nicht denken will. Gefühle, die größer werden als der Moment, aus dem sie entstanden sind.
Selbst meine Intuition – mit der ich als Intuitive täglich arbeite – wird dann ein bisschen leiser. Gefühlt klemmt so ein Ding, das man in eine Trompete steckt, um den Ton zu dimmen, in meinem Kanal zur geistigen Welt.
Der innere Kompass beginnt zu schwanken.
Meinungen, Ängste, Erwartungen. Das wird energetisch zu dicht, es wird schwer, meine eigene Spur noch klar zu erkennen.
Oh. Hier muss ich aufpassen, was überhaupt noch Intuition und was ein Trigger ist!
Die Nachrichten rumoren in mir. Konflikte. Katastrophen. Bedrohungen. Zu viele. Zu viele andauernd neue Narrative. Die Welt wirkt plötzlich riesig.
Und irgendwo darin stehe ich – und fühle mich viel zu klein.
Wer bin ich gerade. Wo bin ich in all dem. Was soll ich tun, wofür bin ich überhaupt hier. Was kann ich überhaupt noch ausrichten?
Etwas in mir steigt aus.
Stopp.
Ich sage stopp
Das geht doch anders
Und erinnere mich, dass ich eine Mitte habe
Mein Herz
Meine Liebe.
Meine Hand findet hin. Der Atem wird tiefer. Ein langer Ausatem
Auf der Spur des Herzens
Ich schließe die Augen und besinne mich.
(Ein schönes Wort – ich gebe mir meine Sinne wieder.)
Ich erinnere mich an meine liebe, große Erdenmutter, die beseelte Natur.
Sie ist immer da, ich bin in meinem irdischen Körper ein Teil von ihr.
Sie trägt mich, nährt mich. Nimmt mir das ab, was nicht mehr dient.
Ich gehe raus. Frische Luft. Bewegung. Boden.
Puls, Herzschlag, das Aufkommen meiner Füße auf die Erde – langsam zeigt mein Körper mir einen Rhythmus.
….
Langsam beginne ich wieder zu spüren, was für mich echt ist. Und wo ich selbst echt bin.
Irgendetwas spult mir noch alte Narrative über mich selbst ab. Aber ich winke jetzt ab.
Lass jetzt gut sein.
Der Blick nach innen
Was ist wirklich da?
Empfindungen im Körper.
Gefühle.
Gedanken.
In dieser Reihenfolge … oder durcheinander.
Ich erspüre ihre genaue Qualität, ihre Tonalität, ihre Richtung. Woher sie kommen.
Wie könnte ich das, was ich gerade spüre, dem ich gerade begegne, beschreiben?
Mein Blick drauf ändert sich – ich werde Beobachterin.
Ich bin bereit, mir alles anzuhören und schenke mir Gehör.
Anteilearbeit – Konferenz
Ich frage rein.
Was willst du/wollt ihr mir sagen? Vor was wollt Ihr mich bewahren?
Die Antworten kommen. Auch diesmal …
Der Atem wird ruhiger. Ein Seufzen löst Spannung.
Noch ein Atemzug. Noch einer.
Etwas ordnet sich.
Ich bin hier.
Ich bin hier. Ich bin.
HIER
Aus dieser Ruhe taucht endlich eine andere Frage auf.
Was sind meine tatsächlichen Bedürfnisse??
Was bringt mein Feld zum Leuchten?
Die Anteile sagen es mir.
Bedürfnisse sind nicht verhandelbar
Oft haben wir sie clever verborgen – unter Strategien, Gewohnheiten oder logisch erscheinenden Entscheidungen.
Bloß nicht sagen. Bloß nicht fühlen!
Aber unsere Bedürfnisse gehören zu unserem inneren Wesen. Sie lassen sich nicht wegverhandeln. Auch nicht von uns selbst.
Ich beginne, sie wieder zu erkennen.
Das Stück Erde, auf dem ich stehe, hilft.
Ich höre zu. Ich spüre in meine Füße.
Schritt für Schritt bemerke ich – die Antworten sind wieder verbunden mit mir.
Meine Anteile sagen mir, was sie brauchen.
Was kann ich und will ich tun, um ihr Vertrauen zurückzugewinnen – mit meinen konkreten Handlungen?
Ich gehe jetzt in die Konsequenz – ich liefere.
Was bewegt mich so sehr, dass ich es bewegen möchte?
Und wie kann ich das auch in meinen Beziehungen sichtbar machen? Jetzt?
Hier entstehen vielleicht auch Grenzen.
Ein klares Ja.
Und manchmal ein Nein.
Manchmal scheint der Weg zu groß.
Dann suche ich den Teil, der heute möglich ist. Morgen, übermorgen.
Ich trinke das Glas in Schlückchen. In den Fingerhütchen der sieben Zwerge.
Ich gehe den Weg in machbaren Schritten, in Tippelschritten, wenn es gerade das ist, was geht. Aber ich gehe. Es sind MEINE.
Es ist echte Bewegung aus dem Herzen, echte Motivation.
Ich gehe ins Vertrauen, dass ein erkennbarer Pfad daraus wird – während ich gehe.
0 – The Fool ….
Etwas in mir beginnt wieder zu leuchten.
Meine Hand findet wieder zu meinem Herzen.
Und von dort aus wird eine andere Frage wichtig.
Nicht mehr: Was kann ich denn überhaupt ausrichten.
Sondern: Was ist wirklich meins zu bewegen.
Die Welt bleibt groß.
Manches liegt außerhalb meiner Reichweite.
Aber mein eigenes Feld liegt in meiner Verantwortung.
Ich kann wählen, welche Gedanken ich denke und nähre.
Auch Gefühle kann ich wählen und bewusst in mein Feld hinein nähren.
Ich kann wählen, wem oder was ich mich aussetze.
Vielleicht verändert das nicht sofort die ganze Welt.
Aber es verändert den Ort, von dem aus ich in meiner Welt wirksam sein kann.
Schmetterlingsschlag. Fallender Dominostein …
Manchmal verlieren wir im Lärm der Welt nicht unsere Kraft – sondern kurz die Verbindung.
Die Nachrichten bleiben verstörend. Was in der Welt geschieht, wird kein bisschen weniger beunruhigend, nur weil ich wieder bei mir ankomme.
Ich will trotzdem wach bleiben. Bewusst wählen, was ich lese und wie viel ich aufnehme.
Berührbar bleiben, ohne mich im endlosen Nachrichtenstrom zu verlieren.
Abstumpfen? Nein!!
Gerade unsere Sensitivität ist unsere Stärke.
Ich weiß wieder, was ich heute fühle und denke.
Aus meiner Mitte, mit dem Herzen als meiner Pfadfinderin findet sich die Spur. Vielleicht klein, fein, sanft … vielleicht wild, schön, überraschend …
Ich kann meine Energie wieder in etwas, das ich liebe, hineingeben und etwas verfolgen, das mich zieht. Kann wirksam sein für etwas, das mich wirklich bewegt.
Nicht nur für mich …
Was mich erfüllt, kann Gleiches in anderen zum Schwingen bringen. Menschen, die etwas Ähnliches in sich tragen, spüren diese Resonanz. Greifen einen Impuls auf. Tragen ihn weiter.
So kann aus einer eigenen Bewegung etwas Gemeinsames entstehen. Etwas, das über mich selbst hinausreicht.
In Zeitlupe fällt vor meinem inneren Auge der kleine Dominostein sanft auf den nächsten ….
Welche Handlung entsteht aus Deinem Herzen?
Von Herzen, Birgit Gentis
© 2026 Birgit Gentis – Schamanisches Mentoring
Weiterlesen – andere Spuren
Wie sehr beeinflussen unsere Gedanken und inneren Bilder, was wir erleben und für möglich halten? In meinem Essay „Sorgen machen – Wir folgen den Bildern, die wir nähren“ folge ich dieser Frage aus einer anderen Perspektive.
Und wenn Dich die Frage beschäftigt, weshalb sich manche Gedanken, Stimmungen oder Empfindungen fremd anfühlen können, findest Du in Fremdenergien & Besetzung verstehen weitere Gedanken zu diesen Erfahrungen und meiner schamanischen Sichtweise darauf.
Was wir in den Erfahrungen anderer entdecken können
Mich interessiert der Moment, in dem ich wieder spüre: Ich kann etwas bewegen. Gerade dann, wenn vorher äußere Ereignisse, fremde Erwartungen und eigene Reaktionen alles durcheinander gebracht haben.
Als Autorin schreibe ich auch über das, was mich selbst beschäftigt, herausfordert und zu neuen Erkenntnissen führt. Schon oft durfte ich erleben, wie bereichernd es sein kann, sich in den Erfahrungen anderer Menschen wiederzuerkennen, dadurch die eigene Situation anders sehen zu können oder auf eine neue Möglichkeit zu stoßen.
Diese Neugier begleitet mich auch in meiner Arbeit als schamanische Mentorin und systemische Prozessbegleiterin. Besonders freut mich, wenn Menschen wieder Zugang zu ihren tatsächlichen Bedürfnissen finden und beginnen, ihre Entscheidungen und Handlungen danach auszurichten.
Dieser Artikel dient der Inspiration und ersetzt keine medizinische, psychotherapeutische oder heilkundliche Behandlung.