Impulse

 für Bewusstsein & Wandel 

Temporär – Über Vergänglichkeit, Unversehrtheit und unser schöpferisches Werden

Mein Jahr 2026 begann mit viel abwartendem Lauschen und intensivem Hineinspüren in feinste innere wie äußere Bewegungen. Ganz anders als sonst war es mein Bedürfnis, weniger zu ‚machen‘ und mehr wahrzunehmen.
Zum Ende der „Stillen Zeit“ kam dann eine merkwürdige, widersprüchliche Zeitqualität in den Raum, die sich in den Januar und Februar in immer neuen Wellen weiterzog: Sehr wach, sehr erschöpft. Offen und wie zubetoniert. Auf eine feine Weise präsent und doch im Nebel. Eine sehr anspruchsvolle Schwellenphase – wie für viele von uns.

Der sehr plötzliche Tod eines Freundes schlug seine Schatten dort hinein. Irgendwann stand – wie eine große Aufgabe – dieses eine Wort im Raum. Die Schleier lüfteten sich erst transparent, hauchzart – und als ich mich darauf einließ ganz deutlich in riesigen, eindrucksvollen Lettern – so in der Art des Hollywood Wahrzeichens.

TEMPORÄR.

Ja, ich bekam hier ein klares Signal aus der geistigen Welt, das in meinen inneren Welten mäanderte, um sich erst gänzlich zu entfalten. Eine Art Leitbild meines kommenden Jahres, soviel war klar.

Temporär – diese Wortqualität fühlt sich für mich so zart und zugleich schneidend an. Sie trägt eine gewisse Fragilität aber auch eine Schwere mit sich, eine Wahrheit, die so schwer zu fassen ist und die wir oft lieber umgehen.

Temporär beschreibt etwas, das ununterbrochen geschieht und doch selten wirklich bewusst erlebbar ist: Alles Leben ist in ewigem Werden und ewiger Bewegung. Auch Identität ist kein fester Ort, eher ein sich fortlaufend verändernder Prozess.

Das Leben entzieht sich dem Wunsch nach Festigkeit.

Etwas, das als selbstverständlich und vielleicht sogar unumstößlich angenommen war, kann sich im nächsten Augenblick anders darstellen. Auch im Außen zeigte sich zu Beginn des Jahres, dass selbst das, was lange stabil schien, plötzlich ins Wanken geraten kann.
Obwohl sich hier gerade viel Vergänglichkeit, Verlust und Instabilität zeigt schwingt in der Beweglichkeit auch etwas zauberhaft Schönes …

In der intuitiven, spürenden Weltsicht, die ich seit vielen Jahren praktiziere, erlebe ich unser Sein und unser Bewusstsein als ein immer wieder neuer, momentaner Fokus, den wir als „Ich“ empfinden. Aus unzähligen Möglichkeiten manifestieren wir diesen Fokus in unser persönliches Narrativ und in unsere irdische Wirklichkeit hinein - in jeder Splittersekunde.

Eine andere Form von Sein.

Zugleich erfahre ich auf einer nicht linearen Ebene, dass alles was wir einmal waren und alles, was wir je sein werden, weiter existiert.
Unversehrt.

Das kleine, heile Kind, die Jugendliche, die Heranwachsende.
Die unzähligen Teile unseres Seins sind nicht verschwunden. Sie bleiben lebendig und real im Feld unserer Entität, diesem vielschichtigen, komplexen Gebilde unserer Persönlichkeit.
All unsere Erfahrungen, Identitäten und Traumwelten sind in diesem Bewusstseinsraum weit jenseits des bloßen Verstandes aufgehoben.
Auch diejenigen Möglichkeiten und inneren Bewegungen, die nie im Irdischen sichtbar wurden.

Jeder flüchtige, unwiederbringliche Augenblick besteht im nicht linearen Bewusstseinsfeld energetisch fort. Eine wunderschöne Poesie und eine große Weite liegt in diesem Paradox: Vergänglichkeit und Dauerhaftigkeit bilden ein Ganzes.

Wenn nichts endgültig festgeschrieben ist und zugleich nichts verloren geht, entsteht ein Raum, in dem Kreation und Entwicklung in jedem Moment bewusst möglich ist.

In meiner schamanischen Prozessarbeit und auf den vielen Reisen für Klient:innen erfahre ich immer wieder, dass in uns allen Unversehrtheit lebendig ist – unabhängig davon, was wir biografisch erlebt haben.

Im Laufe unserer Lebensreise kann diese Unversehrtheit jedoch zeitweise unzugänglich werden. Verletzung, Schock oder Überforderung führen oft dazu, dass unser System zum Schutz mit einer Abspaltung aus dem Bewussten reagiert. So verlieren wir zu einem Teil von uns den Kontakt. Doch das bedeutet nicht, dass dieser aufgehört hat zu existieren.

In der schamanischen Weltsicht, aus der ich arbeite, können wir wieder mit den Anteilen, die nie verletzt waren in Beziehung kommen. Das, was verborgen war, kann achtsam ins Bewusstsein zurückgeholt werden.
Darin liegt ein riesengroßes Potential um wieder ganz (im englischen so schön: whole) zu werden. Sich wieder als ein in sich verbundenes, vollständiges Wesen zu begreifen.

Schöpferische Beteiligung

Die Anteilarbeit ist ein sehr wichtiger Teil der sogenannten Inneren Arbeit oder „inner work“. Je feiner unsere Wahrnehmung dafür wird, desto deutlicher zeigt sich, wie viel im Kleinen und Kleinsten geschieht: ununterbrochen.

Mehr und mehr erfahre ich, dass sich vieles nicht in großen Wendepunkten entscheidet, sondern in der Ehrlichkeit der einzelnen Momente,

in der Art, wie ein Gefühl sich formt
in der Art, wie ich mich innerlich zuwende
in der Art, wie ich es wertschätze
in der Art, wie ich damit in Kommunikation trete.

TEMPORÄR ist für mich auch der Name dieser Fragilität.

Eine Realität, in der alles beweglich ist – auch mein Innenleben.

Eine Realität, in der sich in jedem Augenblick entscheidet, wie ich mich ausrichte. Und wie ich das verlorene Vertrauen meines verletzten Anteils wiedergewinne.

Hier wird aus einem bloßen Vorhaben ein aktiver Dialog. Schritt für Schritt finden wir zurück in ein neues inneres Wertschätzen und bergen unserer eigenen Unversehrtheit.
Wir selbst geben uns unsere angeborene kreative, verantwortungsvolle Power zurück.

Temporär beschreibt für mich genau diese Qualität.

Eine Lebendigkeit – schwebend und präsent.
Eine Beteiligung am eigenen Werden.
Wie viel Kraft steckt darin!

Vielleicht ist dieses Wort deshalb zu meinem inneren Kraftplatz geworden.
Ein Wegweiser um das feine Gebilde des Lebens fortzuschreiben – um verantwortungsbewusst und kreativ daran teilzuhaben.

In jedem Augenblick.
In jeder Entscheidung.
In jeder kleinen Wendung nach innen.
In meiner Haltung.
In meiner Bereitschaft, Beziehung herzustellen.

Und vielleicht beginnt hier, im fortwährenden Mitgestalten dessen, was wir in jedem Augenblick sind, eine neue Form von Freiheit.

Die Arbeit mit den Anteilen – bewusste innere Prozesse

Für meine Klient:innen kann ich ihren Anteilen begegnen und ihnen dabei helfen, in den Prozess der Rückverbindung zu kommen.

Der praktische Weg in diese Prozessarbeit hinein liegt häufig im bewussten Zulassen von Emotionen und dem Erkennen von Triggern. Über die Gefühlsebene können wir den inneren Anteilen, die sich hier situativ melden genau zuhören und aktiv mit ihnen in Kommunikation treten. Sie können artikulieren, was sie von uns benötigen.

Sowohl in meiner Arbeit als auch in meinen eigenen inneren Prozessen hat sich diese Haltung in den letzten Jahren immer weiter verfeinert. Ich habe begonnen, immer genauer hinzuspüren. Mikromomente ernst zu nehmen. Wirklich wahrzunehmen, wann welcher innere Anteil aktiv ist. Wann ein Trigger anspringt. Wann ich mich zusammenziehe. Wann ich anfange nach außen zu projizieren. Wann ich Kontrolle suche. Wann ich mich verliere. Wann ich mich wieder sammle.

Von Herzen, Birgit Gentis

© 2026 Birgit Gentis – Schamanisches Mentoring

Ein einladender Sessel in Birgit Gentis' Praxis

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Schamanisches Mentoring & Energiearbeit

Birgit Gentis – Schamanin und Mentorin in Berlin. Portrait in natürlichem Licht, Ausdruck von Ruhe, Klarheit und Präsenz.

Über Birgit Gentis

Birgit Gentis ist Schamanin, Mentorin und Begleiterin für bewussten Wandel.
In ihrer Arbeit verbindet sie schamanische Energiearbeit, Rituale und systemische Perspektiven zu einem modernen, klaren Weg der inneren Verbundenheit.
Ihre Praxis Schamanisches Mentoring & Energiearbeit in Berlin und online bietet Raum für Klärung, Ruhe und Neubeginn.


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Dieser Artikel dient der Inspiration und ersetzt keine medizinische, psychotherapeutische oder heilkundliche Behandlung.

Birgit Gentis in Dankbarkeitshaltung – Symbol für Achtsamkeit, Präsenz und Verbundenheit in schamanischer Energiearbeit